ZOSCH

Geplantes Material: Aluminiumblech, geschweißt, Acryllack, matt, div. Farben

Maße: 4 x 1,4 x 2 Meter, Gewicht ca. 140 kg

Ausschreibung: Bundeszollamt Strahlsund, 2018


Auftraggeber: Bundesrepublick Deutschland

Einladung in zweite Wettbewerbsrunde




Die im Luftraum des Foyers frei hängende Skulptur aus farbig beschichtetem Aluminium, orientiert sich an der Ästhetik und Symbolik der Comic-Kultur. So werden Geräusche und damit einhergehende Bewegungen in Comiczeichnungen meist mit Hilfe von Schriftzügen verbildlicht, in denen das Schallereignis über eine Abfolge von Buchstaben vertont wird. Die Onomatopoesie, die sprachliche Nachahmung von außersprachlichen Schallereignissen, stellt hier einen humoristischen Bezug zum Gebäude und seiner Nutzung her.

Der orange-gelbe Schriftzug ZOSCHHHHH, steht also synonym für die in dem Neubau untergebrachten Einheiten, insbesondere der Raumschießanlage und der Sportanlage in denen Kampf- und Verteidigungssituationen trainiert und nachgestellt werden. Überdies liefert der Laut „Zosch“ einen Hinweis zur Gebäudebestimmung, in dem er Assoziationen zu den Begriffen Zoll und Geschoss weckt und diese miteinander verschachtelt und modifiziert wiedergibt.

Die skulpturale Installation, orientiert sich an unterschiedlichen Kampfszenen in Comics, in denen Superhelden gegen Verbrechen und Korruption kämpfen. So ist der Schriftzug von einer Wolke aus Dreiecken umgeben, die in ihrer Ausbildung eine derartige kraftvolle Bewegungen im Raum nachvollzieht. Die Wolke gleicht einem Polygonnetz, bestehend aus miteinander verbundenen Punkten (Polygonen), welches in der Computergrafik die Grundlage der Modellierung von virtuellen 3D-Objekten und liefert.

Die Form der Polygonwolke folgt einem Prinzip der Vereinfachung und einer daraus folgenden Verfremdung von räumlichen Strukturen : Indem die Anzahl der Polygone drastisch reduziert wird, entstehen aus komplexen räumlichen Objekten vereinfachte geometrische Körper, deren ursprünglicher Formbezug nahezu verloren geht. Im Gegensatz dazu erweitert sich die inhaltliche Dimension, weil nicht mehr nur eine konkrete Szene Gegenstand des Betrachters ist, sondern durch die Reduzierung des Abgebildeten sich eine Vielzahl von Sinnzusam- menhängen öffnet.

Auszug aus der Wettbewerbsbeschreibung



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